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P. Valerius
P. Sloot
P. Tertünte
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Frohe Weihnachten

Nach einem Streit in einer Familie: „Aber bitte sprich das nicht an Weihnachten an. Nicht an Weihnachten! Wenn du das machst, steh ich sofort auf und geh!“

Kaum ein Fest, das so aufgeladen ist, kaum ein Fest, an dem wir uns so unter Druck setzen, die zu sein, die wir gerne wären: ein zauberhaftes Paar, eine glückliche Familie, ein zufriedener Single. Kaum ein Fest, an dem soviel geschrieen, geschwiegen, gegessen und getrunken wird. Kaum ein Fest, an dem so viele Tränen geweint werden darüber, dass das Leben nicht so ist, wie wir es uns wünschten, aber auch darüber, dass vieles so schön ist, wie wir es uns kaum zu wünschen wagten.

Das Weihnachtsfest hat einen tragischen Fallstrick entwickelt: Von göttlich beschenkten Menschen sind wir zu Glücksinszenierern am Heiligabend geworden, deren Lächeln immer schon bedroht ist von der Furcht, das mühselig errungene Glück könne zerbersten.

Gott schenkt uns seinen Sohn. Das ist eigentlich ziemlich viel. Aber der Kleine bleibt oft kaum beachtet in mehr oder weniger schönen Krippen liegen, vor denen sich dann die Szenen weihnachtlicher Idylle abspielen – oder eben nicht.

In der Christmette am Heiligen Abend fasziniert mich immer wieder ein Text mit dem ungewöhnlichen Titel „Martyrologium“. Er beginnt mit den Worten „Milliarden Jahre waren vergangen, seit unsere Sonne und die Erde entstand, Millionen Jahre, seit Leben sich regte auf der Erde und der Mensch ins Dasein trat.“ Zeile um Zeile schreitet der Text durch die Menschheitsgeschichte, von den kosmischen Ausmaßen des Anfangs bis zum „zweiundvierzigsten Jahr der Regierung des Oktavianus Augustus“, um dann mit dem ungewöhnlichen Höhepunkt der Zivilisationsgeschichte zu schließen: „Wir feiern die Geburt unseres Herrn Jesus Christus in unserem armen Fleisch.“

Natürlich Worte alter Literatur, doch wohlgemerkt: vom armen Fleisch ist die Rede und von unserem Fleisch ist die Rede. Nicht von Menschen vor 2000 Jahren und nicht vom Festtagsbraten. Gott fühlt sich zu Hause bei uns. Bei uns, wie wir sind und nicht wie wir gerne wären. Ein dicker Brocken und eine superfrohe Botschaft zugleich. Die letzte Tür des Adventskalenders geht dann auf, wenn Gott Platz nehmen darf an unserem Lebenstisch, gedeckt mit Hoffnungen und Enttäuschungen, mit Freuden und Trauer, mit Gelungenem und Gescheitertem. Und Gott setzt sich, schaut sich alles an – und ist nicht abgestoßen, nicht angeekelt, sondern schlicht zu Hause, zu Hause bei seinem geliebten Menschen.

Gott schenkt uns Weihnachten nicht nur die Gnade seines Besuches. Er schenkt uns auch die Gabe ihn zu empfangen.

in stiller Nacht
in dir ein Licht entfacht
nicht von dir gemacht
heilig ist die Nacht




 

P. Stefan Tertünte scj

Geburt: 13. Dezember 1965
Erste Profess: 29. September 1989
Priesterweihe: 27. Mai 1995


Bisherige Tätigkeiten
- Gemeindeseelsorge
- Kirchengeschichtliche Promotion
- Ordensinterne Fortbildung
- Schulseelsorge

Aktuelle Tätigkeiten:
- Mitarbeit im Ökumenischen Kirchenzentrum
- Mitarbeit in der Gemeinde St. Marien
- Ordensinterne Weiterbildung

Kontakt:
P. Stefan Tertünte scj
Falkensteinstr. 234
46047 Oberhausen
Fon: 0208-62069832

stefan.tertuente[at]scj.de




 

Welche Kirche will der Papst?

Ein Kommentar von Pater Stefan Tertünte SCJ

Wir erinnern uns: Im Frühjahr 1994 zitiert die vatikanische Glaubenskongregation unter Vorsitz des heutigen Papstes die Bischöfe von Freiburg, Mainz und Rottenburg-Stuttgart nach Rom. Grund: Die Bischöfe wollten – wenngleich außerordentlich vorsichtig – im Geist der Barmherzigkeit auf wiederverheiratet Geschiedene zugehen bis hin zur Möglichkeit des Kommunionempfanges. Die Wahrheit jedoch, wie sie Ratzinger verstand, ließ keinen Platz für solche Barmherzigkeit. Und so mussten die Bischöfe zurückrudern.

15 Jahre später öffnet Papst Benedikt aus „väterlicher Barmherzigkeit" durch die Aufhebung der Exkommunikation vier abtrünnigen Bischöfen der Priesterbruderschaft Pius X. den Weg zurück in die Kirche. Der Pressesprecher des Bistums Rottenburg-Stuttgart charakterisiert die Priesterbruderschaft Pius X. mit deutlichen Worten: „Die sind in den Strukturen ihres Denkens fundamentalistisch, sie sind antisemitisch und sie sind faschistisch. Und so lange sie solche Denkweisen vertreten, sehe ich keine gemeinsame Ebene in der katholischen Kirche."

Es ist wohl kein Zufall, dass die deutlichste Kritik an der Barmherzigkeit des Papstes genau aus einer der Diözesen kommt, denen es verwehrt war, barmherzig an tausenden Katholiken in schwieriger Lebenslage zu handeln. Zu offensichtlich ist – trotz aller theologischen Ausflüchte -, dass mit sehr unterschiedlichem Maß päpstliche Barmherzigkeit verteilt wird. Dabei geht es nicht so sehr um einzelne Entscheidungen, die man so oder so bewerten kann. Sorge bereitet, welcher Art Kirche der Papst in einer ganzen Reihe von Handlungen den Weg bahnen will.

Aufmerksame Journalisten reagierten zunächst noch amüsiert, als Papst Benedikt kurz nach seinem Amtsantritt in der päpstlichen Kleiderkammer tief in die Schatztruhe griff und Hermelinteilchen hervorholte, die man schon längst vergessen glaubte. Dann schob sich Liturgie, immer auch Anzeiger für Kirchenverständnis und Weltbezug, in den Focus päpstlichen Handelns – bis zur Wiederzulassung der tridentinischen Messe, nicht nur ein Wink mit dem Zaunpfahl an die schismatischen Traditionalisten, sondern dem Papst darselbst recht und billig. In der Ökumene richtete die feinsinnige Unterscheidung von katholischer Kirche und anderen „kirchlichen Gemeinschaften" Schaden an. Das Prinzip der Kollegialität mit den Bischöfen der Weltkirche ist nach wie vor eher ein Druckmittel als ein Element der Wahrheitssuche. Die theologischen Fakultäten und Universitäten nicht nur in Deutschland können ein Lied davon singen, wie sich der vatikanische Zentralismus in den letzten Jahren noch verstärkt hat.

Das öffentlichkeitswirksame vatikanische Desaster um den Holocaust-Leugner Williamson (gegen den in Deutschland wegen Volksverhetzung ermittelt wird) und die Piusbruderschaft hat eines zumindest enthüllt: Dieser Papst träumt von einer Kirche, in der die Mehrzahl der Katholiken in Deutschland nicht leben möchte.

Ob ein Mann jahrzehntelanger Kontinuität sich ändert, darf bezweifelt werden. Doch vielleicht lässt ihn der nun angerichtete Schaden vorsichtiger werden. Unter den gegebenen Umständen ist dies schon ein Gewinn. Das Misstrauen ist da.




 

Dehonianer in den Medien

Dehonianer in den Medien – Verkündigung auf neuen Wegen

Es war das erste Treffen seiner Art in der Geschichte der Herz-Jesu-Priester: Am 26. und 27. November trafen sich in der ordenseigenen Hochschule für Marketing und Business ESIC in Madrid 50 Mitbrüder aus 13 Ländern, um die darüber zu sprechen, wie die Dehonianer in den modernen Medien präsent sind oder sein sollten. Vertreter vom Verlagshaus der Dehonianer in Bologna/Italien und des ordenseigenen Fernsehsender Teledehon in Andria waren ebenso vertreten wie Herausgeber von Zeitschriften und Leiter von Radiostationen. z.B. in Indonesien. Auch die deutschen Herz-Jesu-Priester als Herausgeber von „Dein Reich komme“ waren vor Ort.




 
 

Aus Brasilien war P. Zezinho angereist. Nicht nur in Brasilien ist P. Zezinho ein Star in der christlichen Medienlandschaft: In den mittlerweile 40 Jahren seines Engagements hat der brasilianische Herz-Jesu-Priester über 10 Millionen Tonträger mit seinen Liedern und mehr als 900 000 Bücher verkauft. In seinem Referat betonte er die Bedeutung der Massenmedien für die Verkündigung: „Ich singe für die Menschen, die nicht lesen wollen oder können“, sagte er mit Blick auf die Menschen in seiner Heimat, die nur spärlich nach Büchern greifen, aber jeden Tag Radio hören. „Diese Menschen hören die Frohe Botschaft eben lieber in Liedern“. P. Zezinho betonte die Notwendigkeit, angesichts der Konkurrenz durch pseudochristliche Sekten im Bereich von Radio, Fernsehen, Presse und Internet professionell Verkündigung zu betreiben. Jedes Medium habe seine eigene Sprache, und die gelte es zu lernen. Sein Erfolg bescheinigt ihm, dass er diese „neuen Sprachen“ hervorragend gelernt hat.

Vor dem Treffen der Dehonianer untereinander gab es einen offenen Kongress zum Thema „Kirche und Massenmedien“, zu dem die Marketingschule ESIC neben einigen Dehonianern auch namhafte Professoren als Referenten gewonnen hatte. Ca. 140 Teilnehmer verfolgten am 24. und 25. November in der Aula der Hochschule Ausführungen und Diskussionen. Auch hier war der eindringliche Appell, die Kirche möge die neuen Medien nicht lediglich als unliebsames, aber notwendiges Instrument benutzen, sondern tatsächlich die Sprache der jeweiligen Medien lernen: Eine Homepage sei eben nicht wie ein Buch mit nacheinander zu lesenden Kapiteln aufgebaut, sondern hat eine eigene Dynamik und Struktur. Und wenn die Predigt am Sonntag schon eine bestimmte Minutenzahl nicht überschreiten sollte, dann gewinnt der Satz „In der Kürze liegt die Würze“ im Internet noch ganz andere Bedeutung.

Für die Dehonianer war es das erste Mal, ein solches Forum zum gegenseitigen Austausch zu haben. So war denn auch das Fazit mehrfach positiv: Das Kennenlernen der jeweiligen Engagements in den Medien war bereichernd, jedoch stand allen Teilnehmern ebenso klar vor Augen: Verkündigung in den Massenmedien ist alles andere als ein Hobby, sondern Berufung, die kompetent wahrgenommen werden muss. Nicht zuletzt P. Dehon hatte vor über 100 Jahren das Presseapostolat als „DAS“ Apostolat bezeichnet.




 
 

Besinnung auf 2000 Metern Höhe Seit mehreren Jahren fahre ich mit Schülern und Schülerinnen der Stufe 12 unseres Gymnasiums im Emsland zu Besinnungstagen in die französischen Alpen ...

 

Ökumenisches Kirchenzentrum Ich arbeite hauptsächlich im Ökumenischen Kirchenzentrum...

 

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